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FFH-Verträglichkeitsprüfungen in NRW


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FFH-Verträglichkeitsprüfungen zu DE-4916-301 Eder zwischen Erndtebrueck und Beddelhausen

VP-Kennung Plan- / Projektart
Bezeichnung
Geprüfte Arten
(Auswirkungen)
Geprüfte LRT
(Auswirkungen)
Datum Ausnahme erteilt nach
VP-4916-301-04661

Plan/Projekt-ID:
VP-04661
Strassen- und Wegebau, Strassenausbau

Ausbau der L 533 zwischen Aue und Berghausen
Abschnittsweise führt die L 533 durch das FFH-Gebiet "Eder zwischen Erndtebrück und Beddelhausen". Zu einem dauerhaften Flächenverlust kommt es im Rahmen der Ausbaumaßnahme durch die hangseitige Verschiebung der Straßenachse, die Trassenverbreiterung sowie erforderliche Böschungsgestaltungen im Bereich der Ederschleife bei Haus Steinchen. Dies betrifft vorhandene Hangmischwaldbestände sowie Flächen, die das standörtliche Potenzial zur Entwicklung von Hangmischwald aufweisen. Dieses Potenzial wird durch die Böschungsanpassungen bzw. -sicherungen nachhaltig beeinträchtigt (u.a. Bodenabtrag, Entfernung von Lockergesteinen). Der unterhalb der Straße befindliche Hangmischwald wird aufgrund der hangseitigen Achsverschiebung von der Baumaßnahme nicht beansprucht. Zur Vermeidung von Flächenverlusten in den naturschutzfachlich bedeutsamen bergseitigen Böschungen (Silikatfelsen und ihre Felsspaltenvegetation, Schlucht- und Hangmischwälder – prioritärer Lebensraum), wird die Fahrbahn zwischen Bau-km 0+940 und 1+700 soweit zur Talseite abgerückt, dass sich ein durch den Straßenbau resultierender Eingriff in die bergseitigen Felsböschungen fast vollständig vermeiden lässt. Zur dauerhaften Sicherung und Abstützung der Fahrbahn und zur Stabilisierung der steil zur Eder hin abfallenden Böschungen muss in diesem Abschnitt eine auf die geologische Situation abgestimmte aufgelöste Bohrpfahlwand hergestellt werden. Zur Talseite auskragend wird auf die Bohrpfahlwand ein Kopfbalken aufgebracht, auf dem Teile der neuen Fahrbahnfläche zu liegen kommen (760 m Länge). (FFH-VU vorhanden, darin LRT 8220 erwähnt, der nicht im SDB steht)
9180 (nicht erheblich)
3260 (keine)
8220 (nicht erheblich)
6430 (keine)
91E0 (keine)
Unterlagen vollständig:

Genehmigung mit Nebenbestimmungen:
16.03.2010

Genehmigung befristet bis:

§34 Abs. 3:
Nicht erforderlich

§34 Abs. 4:
Nicht erforderlich

Gebietsinformationen laut Standarddatenbogen

Ausführliches Natura2000-Meldedokument des Gebietes DE-4916-301 im Fachinformationssystem "Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen".

Fläche: 133 ha
Kreis(e): Siegen-Wittgenstein
Kurzcharakterisierung: Das Tal der Eder bei Erndtebrück liegt an der südöstlichen Abdachung des Rothaarkamms. Die Eder durchfließt mit weiten Mäanderbögen zwischen Erndtebrück und Beddelhausen ein flaches, von Bergen gesäumtes Sohlental. Der Fluß hat ein bis zu 25 m breites, überwiegend naturnah ausgebildetes Bett, in dem sich Kiesbänke, Kolke, Uferabbrüche, anstehende Felsbänder, Steilwände und Stromschnellen befinden. An einigen Stellen haben sich an den Prallhängen unterschiedlich große Felsen oder Felsköpfchen ausgebildet , die zum Teil von kleinflächigen, sekundären, wärmeliebenden Eichenmischwäldern ehemaliger Niederwaldnutzung bestockt sind. Bemerkenswert ist der nahezu durchgängige und gut bis sehr gut ausgebildete Uferhochstaudensaum, welcher das Flußbett in weiten Bereichen beidseitig säumt. Südöstlichlich der Ortschaft Röspe bildete sich durch den Zufluß der Röspe ein geweitetes Tal. Hier befindet sich auf der östlichen Talhälfte eine gut ausgebildete Flutmulde der Eder, welche in weiten Bereichen in extensiv bewirtschaftetes Feuchtgrünland eingebettet liegt. Die von Westen zufließende Röspe besitzt ein naturnahes Bachbett, dessen Sohle überwiegend kiesig ist und eine natürliche Substratvielfalt bietet. Prall- und Gleithaenge finden sich ebenso wie Kolke, Abbruchkanten und Unterstände. Im weiteren Flußverlauf hat die Eder an der Haushelle bei "Haus Steinchen" im Norden einer sehr engen Mäanderschleife ein ehemaliges Bergsturzgebiet mit anstehenden Felsen und Felsköpfen sowie sehr schönen Schluchtwäldern auf bewegtem Hangschutt durch ihre erodierende Kraft ausgebildet. Weiter östlich befindet sich südlich von Neuwiese eine weitere, kleine Flutmulde der Eder, welche vermutlich aus einem alten Flußbett hervorgegangen ist und bei Hochwasser durchströmt wird. Diese führt temporär stehendes Wasser. Südlich davon erstreckt sich ein nordexponierter, steiler Hang, welcher von sehr gut ausgebildetem Magergrünland bewachsen wird. Hier befinden sich auch artenreiche Borstgrasrasen mit Arnika-Beständen. Nördlich von Beddelhausen findet sich reich strukturiertes, hochstaudenreiches Feuchtgrünland mit Brutvorkommen des Braunkehlchens. Das Gebiet endet südöstlich von Beddelhausen an der hessischen Grenze.
Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH-Richtlinie:
  • Auen-Waelder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) (91E0)
  • Schlucht- und Hangmischwaelder Tilio-Acerion (9180)
  • Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe (6430)
  • Fliessgewaesser der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion (3260)
  • Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden (6230)
Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH- oder Vogelschutzrichtlinie:
  • Groppe
  • Bachneunauge
  • Schwarzstorch
  • Eisvogel
Startpunkt der Summationsbetrachtung: 07.12.2004
Art
Lebensraumtyp
[+] 3260 Fliessgewaesser der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion
[+] 6430 Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe
[+] 8220 Silikatfelsen mit Felsspaltenvegetation
[+] 9180 Schlucht- und Hangmischwaelder Tilio-Acerion
[+] 91E0 Auen-Waelder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae)
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