Titel:

FFH-Verträglichkeitsprüfungen in NRW


Logo:

FFH-Verträglichkeitsprüfungen in NRW


Suche:


Schriftmenü:

Schriftgrösse: ||

Inhalt:

FFH-Verträglichkeitsprüfungen zu DE-5108-301 Wahner Heide

VP-Kennung Plan- / Projektart
Bezeichnung
Geprüfte Arten
(Auswirkungen)
Geprüfte LRT
(Auswirkungen)
Datum Ausnahme erteilt nach
VP-5108-301-04654

Plan/Projekt-ID:
VP-04654
Energie, Kraftwerk, Gas

Modernisierung des Raffineriekraftwerks
Modernisierungsmaßnahmen am Standort Wesseling durch den Bau eines neuen Kessels (Kessel 8) und Stilllegung von Kessel 1; geplant ist die Errichtung und der Betrieb eines neuen erdgasbefeuerten Kessels mit einer thermischen Leistung von 125 MW. Die Gesamtfeuerungswärmeleistung des Raffineriewerks bleibt unverändert auf 300 MW beschränkt. Es erfolgt eine deutliche Reduzierung der Emissionsfrachten des Raffineriekraftwerks. Geprüfte Wirkfaktoren: Emissionen von Luftschadstoffen, Stickstoffeinträge, Einträge versauernd wirkender Luftschadstoffe, Einträge von Schwermetallen, Einleitung von Kühlwasser. Untersuchte FFH-Gebiete: DE-4405-301, DE-5208-301, DE-5108-301, DE-5207-304 und DE-5107-304. Für das FFH-Gebiet DE-5108-301 wird eine max. N-Deposition von 0,044 kg N/(ha*a) sowie eine max. Säuredeposition von 22,1 eq (N+S)/(ha*a) angegeben. Nähere Informationen zu LRTen und Arten liegen nicht vor. Aufgrund der Modernisierung der Anlage, nimmt die Säuredeposition durch die gesamte Anlage insgesamt deutlich ab. Ein Vorhaben im Umfeld wurde auf kumulierende Wirkfaktoren überprüft. Keine Summation vorhanden. Die FFH-Vorprüfung vom 29.03.2012 legt dar, dass bezüglich der Sticksoffdeposition, der versauernd wirkenden Luftschadstoffe, der Schwermtetalleinträge sowie der Einleitung von Kühlwasser keine erheblichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind.
Unterlagen vollständig:

Genehmigung:
24.04.2013

Genehmigung befristet bis:

§34 Abs. 3:
Nicht erforderlich

§34 Abs. 4:
Nicht erforderlich

Gebietsinformationen laut Standarddatenbogen

Ausführliches Natura2000-Meldedokument des Gebietes DE-5108-301 im Fachinformationssystem "Natura 2000-Gebiete in Nordrhein-Westfalen".

Fläche: 2864 ha
Kreis(e): Koeln, Rheinisch-Bergischer Kreis, Rhein-Sieg-Kreis
Kurzcharakterisierung: Von dem rechtsrheinisch im 19. Jahrhundert noch auf der sogenannten Heideterrasse bestehenden 3-5 km breiten, von der Sieg im Süden bis zur Ruhr im Norden über 80 km langen Heideband ist die Wahner Heide der letzte größere Rest. Infolge der militärischen Nutzung des Gebietes seit 1810 bis zum Ende des zweiten Weltkrieges blieben bis dahin etwa 2000 ha Offenland erhalten. Allerdings bestockten sich in den letzten 50 Jahren die letzten Heideflächen mehr und mehr mit sekundärem Birkenwald und über 1000 ha gingen durch Einrichtung des Flugplatzes Köln-Bonn verloren. Seit 1994 wird ein Biotoppflege- und Entwicklungskonzept umgesetzt, nach dem im Naturschutzgebiet ca. 500 ha Heide wieder mittels Entbuschung, Mahd und extensiver Schaf-, Rinder- und Ziegenbeweidung entwickelt werden. Die Wahner Heide liegt auf der rechtsrheinischen Mittelterrasse südlich der großen Waldungen des Königsforstes. Im Westen liegt der Flughafen Köln-Bonn, den sie zangenförmig umschließt. Sie erstreckt sich im Westen bis an den Abfall zur Niederterrasse, im Osten reicht sie bis an den Anstieg des Bergischen Landes, von dem sie durch die Auen von Agger und Sülz getrennt wird. Die Mittelterrasse queren mehrere Bäche, von denen der Scheuerbach mit seiner vermoorten Aue besonders hervorzuheben ist. Die Wahner Heide weist eine außergewöhnlich hohe Standortvielfalt auf, die durch die Geländemorphologie und durch die wechselnden Lockersedimente im Untergrund bedingt ist. Dieses Standortmosaik von nährstoffarmen, leicht austrocknenden Sanden über staunasse tonige Böden bis zu vermoorten Senken und Talungen, mäßig nährstoffreichen Braunerden spiegelt sich in der unten aufgezählten Biotopvielfalt wider. Das Gebiet weist infolge seiner Größe und dem kleinflächig wechselnden Standortmosaik trotz der Nähe zum Ballungsraum in der Rheinschiene und der Randlage zum Flughafen Köln-Bonn einen großen Artenreichtum auf und hat damit für den Naturschutz internationale Bedeutung.
Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH-Richtlinie:
  • Trockene Sandheiden mit Calluna und Genista [Dünen im Binnenland] (2310)
  • Duenen mit offenen Grasflaechen mit Corynephorus und Agrostis [Duenen im Binnenland] (2330)
  • Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoeto-Nanojuncetea (3130)
  • Natuerliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions (3150)
  • Feuchte Heiden des nordatlantischen Raums mit Erica tetralix (4010)
  • Trockene europaeische Heiden (4030)
  • Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden (6230)
  • Magere Flachland-Maehwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) (6510)
  • Uebergangs- und Schwingrasenmoore (7140)
  • Hainsimsen-Buchenwald (Luzulo-Fagetum) (9110)
  • Subatlantischer oder mitteleuropaeischer Stieleichenwald oder Hainbuchenwald (Carpinion betuli) [Stellario-Carpinetum] (9160)
  • Alte bodensaure Eichenwaelder auf Sandebenen mit Quercus robur (9190)
  • Moorwaelder (91D0)
  • Auen-Waelder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) (91E0)
  • Hartholzauewaelder mit Quercus robur, Ulmus laevis, Ulmus minor, Fraxinus excelsior o. Fraxinus angustifolia (Ulmenion minoris) (91F0)
  • Fluesse mit Schlammbaenken mit Vegetation des Chenopodion rubri p.p. und des Bidention p.p. (3270)
Arten von gemeinschaftlichem Interesse nach FFH- oder Vogelschutzrichtlinie:
  • Neuntöter
  • Eisvogel
  • Ziegenmelker
  • Kornweihe
  • Schwarzspecht
  • Wanderfalke
  • Mittelspecht
  • Heidelerche
  • Rotmilan
  • Amphibium (Artname verdeckt)
  • Wespenbussard
  • Grauspecht
  • Kranich
  • Kammmolch
Startpunkt der Summationsbetrachtung: 07.12.2004
Art
Lebensraumtyp
Die Kartenanwendung benötigt Javascript. Falls Sie diese Karte aufrufen möchten, schalten Sie in Ihrem Browser Javascript ein.